Gletscher-Abbruch über dem Dorf Randa
Über dem Dorf Randa im Wallis sind Teile vom Gletscher am Weisshorn abgebrochen. Das war am 24. August 2026. Weitere Abbrüche sind möglich. Das Dorf ist nicht in Gefahr. Die Gemeinde beobachtet die Situation genau.
Der Gletscher befindet an der Ost·seite vom Weisshorn.
Dort klebt der Gletscher an einer steilen Felswand auf 4000 Metern über Meer.
Der Weisshorn-Gletscher bewegt sich schon seit langer Zeit.
Aber seit Ende Juni bewegt sich der Gletscher stärker als sonst.
Deshalb hat die Gemeinde einen Bereich am Dorfrand gesperrt.
In diesem Bereich darf sich niemand aufhalten.
Auch Wanderwege und Velowege sind gesperrt.
Das Dorf selbst ist nicht in der Gefahren·zone.
Im Bild: Die gestrichelte rote Linie läuft rund um die Gefahren·zone

3 Abbrüche
Am Nachmittag vom 24. August 2026 gab es 3 Abbrüche.
Vielleicht gibt es noch weitere Abbrüche.
Die Gemeinde hat deshalb die Überwachung verstärkt.
Fachleute beobachten den Gletscher jetzt noch genauer.
Es gilt Stufe 3.
Das heisst:
Statt nur 1 Mal im Tag kontrollieren Fachleute den Gletscher 3 Mal am Tag.
Mess·geräte überwachen den Gletscher schon seit über 10 Jahren.
Die Fachleute kennen ihn deshalb sehr gut.
Norbert Carlen ist Ingenieur für Natur·gefahren.
Natur·gefahren sind zum Beispiel Lawinen oder Berg·stürze.
Norbert Carlen sagt:
«Wir haben alles gemacht, was möglich ist,
damit die Menschen geschützt sind.»
Er denkt:
Noch mehr Eis wird abbrechen.
Man kann aber nicht sagen:
Kommt ein grosser Teil vom Gletscher?
Oder kommen kleine Teile?
Im schlimmsten Fall könnten mehrere 100’000 Kubik·meter Eis abbrechen.
Das ist etwa so viel wie ein Haus mit 10 Stockwerken.
Normal für Randa
Martin Funk ist Glaziologe.
Er forscht zu Gletschern.
Martin Funk kennt den Weisshorn-Gletscher gut.
Er sagt:
«Es gab schon mehrere Gletscher-Abbrüche.
Sie sind normal für Hänge·gletscher.
Denn:
Irgendwann ist der Hänge·gletscher so gross,
dass er sein Gewicht nicht mehr halten kann.
Dann bricht er.
Oder Teile brechen ab.»
Die Mess·geräte zeigen,
wenn ein Abbruch passiert.
Dann werden Strasse und Bahn automatisch gesperrt.
Keine Angst
Die Menschen in Randa reagieren ruhig auf den Abbruch.
Sie sind es gewohnt.
Eine Dorf·bewohnerin sagt:
«Die Gefahr ist immer da.
Wir haben keine Angst.»
Grosse Berg·stürze 1991
In Randa gab es immer wieder Gletscher-Abbrüche und Berg·stürze.
1991 gab es 3 Berg·stürze.
Menschen wurden nicht verletzt.
Aber die Fels·massen verschütteten die Bahnlinie und die Strasse.
Und 30 Häuser und Ställe.
Auch eine Stromleitung wurde zerstört.
1819 gab es einen grossen Gletscher·sturz.
Es war eine grosse Lawine aus Eis und Schnee.
Die Lawine hat einen sehr starken Luft·druck ausgelöst.
Der Druck zerstörte 113 Häuser.
2 Menschen starben.
Quelle
Die Informationen kommen aus diesem Original-Text in Standard-Sprache in:
SRF, Gemeinde Randa VS warnt vor Gletscherabbruch: Das ist bekannt
watson, Oberwalliser Gemeinde Randa warnt vor Gletscherabbruch
SRF, Weisshorn-Gletscher: Randa VS kennt die Gefahr seit Jahren
20 Minuten, Viele «Ung’fälle»: Randa lebt seit Jahrhunderten mit Gefahren
Gemeinde Randa, Medienmitteilung Hängegletscher Weisshorn Ost: Überwachung auf Stufe 3 erhöht

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